Folge der Textorin auf Twitter

Ich mach was mit Büchern

XING-Profil Sarah Ines Struck

»dieTextorin« bei dasAuge.de

»dieTextorin« bei BranchOut


Plagiate dieser Website werden automatisiert erfasst und verfolgt.

Weblog-FAQ

RSS-Nachrichten.de
Feed-Suchmaschine Plazoo
Blog-Web

Blogarama - The Blog Directory
Blogcatalog

RSS-Newsfeedsverzeichnis RSS-Scout.de
Bloggernity.com
Globe of Blogs



Texte-/n mit Herzblut III

Hier kommt der dritte Happen meines Fachbeitrags »Texte-/n mit Herzblut« (einfach hier klicken und lesen) aus dem »Schreibbuch – ein Handbuch für alle, die professionell schreiben«. Wer den ersten und zweiten Happen noch nicht probiert hat, kann sich hier daran gütlich tun. Oder ein bisschen auf der Webseite www.das-schreibbuch.de herumstöbern, wo's noch mehr Leseproben und Schreibtipps gibt. Wenn Sie lieber auf Papier lesen, dürfen Sie's auch hier kaufen ;-).


Texte/-n mit Herzblut, TEIL III
von Sarah Ines Struck

» zurück zu TEIL I
» zurück zu TEIL II

(...)

PARCOURS MIT ZWISCHENZIELEN

Es ist geschafft: Sie haben Ihren Plot, die Vision einer Story für Ihren Text. Ihr großes Endziel. Ihren Stern am Himmel. Jetzt kommen Sie auf die Erde. Präzisieren Sie Ihre Aufgabe. Setzen Sie sich konkrete Zwischenziele:

Entwickeln Sie zuerst eine Vorgeschichte: Gehen Sie jetzt mit Ihren Recherchen ins Detail. Lesen Sie kreuz und quer. Fragen Sie. Beobachten Sie. Machen Sie sich Notizen zur Vorgeschichte, zum Hintergrundprofil Ihres Textes, das Sie auch während des Schreibprozesses immer wieder mit Details ergänzen. So spannen Sie das unsichtbare Netz hinter Ihrer Story. Das verborgene Innenleben.

Schreiben Sie Schritt für Schritt, Thema für Thema, Szene für Szene: Fangen Sie mit dem an, was Sie am meisten reizt. Das kann das Leichteste sein, eine Figur, die Sie schon genau vor Augen haben, das Sachthema, das Sie schon aus dem Effeff kennen. Das kann zum Drumherum gehören wie die Literaturliste. Das kann aber auch das Herausfordernde sein, die unsympathische Nebenfigur oder das langweiligste Teilthema. Sie müssen nicht chronologisch arbeiten. Sie können auch kreuz und quer durch Zeit und Abfolge springen.


VOLLE KONZENTRATION VORAUS

»Schreiben ist organisierte Spontaneität.«
Martin Walser


Konzentrieren Sie sich. Streifen Sie den Alltagsstress ab. Werfen Sie lähmende Zweifel von sich. Lassen Sie sich nicht ablenken. »Leichter gesagt als getan«, sagen Sie. Aber dafür gibt es tatsächlich ein paar einfache Mittel: Zähmen Sie die Zeit wie der Fuchs den kleinen Prinzen, indem Sie regelmäßig zu einer festgelegten Zeit beginnen. Beachten Sie
Ihren persönlichen Biorhythmus, je nachdem, ob Sie ein Morgenmensch sind oder lieber nachts arbeiten. Selbst dann, wenn Sie nebenberuflich schreiben, sollten Sie eine Schreibzeit
haben, ob das nun ein Tag am Wochenende ist oder die Stunde vor oder nach Sonnenaufbeziehungsweise -untergang.

Begeben Sie sich an einen besonderen Ort – wie es auch im Kapitel »Was tun, damit das leere Blatt voll wird?« beschrieben ist: Das kann ein externes Büro sein, vielleicht auch der Dachboden oder eine spezielle Ecke Ihrer Wohnung, das Baumhaus in Ihrem Garten, eine Bibliothek oder ein Café. Das kann je nach Charakter ein Ort sein, an dem Sie sich aufgehoben fühlen, um loszulassen, ein Ort, an dem das Leben tobt, oder einer, der einsam ist und mitten im Wald, vielleicht aber auch ein Ort, der spartanisch, hässlich, menschenleer ist, ein Raum zum Herumfantasieren ohne Ablenkungen.

Schaffen Sie sich ein Einstiegsritual: Mit Ihrem ganz persönlichen Ritual springen Sie aus dem Alltag in Ihre Story. Das kann auch etwas ganz Banales sein, wie den Schreibtisch aufräumen oder das bisher Geschriebene noch einmal durchlesen. Vielleicht brauchen Sie etwas, das Ihre Adrenalinkurve hochbringt, oder etwas, das Sie beruhigt. Einen Spaziergang,
ein paar Schläge auf den Boxsack, vielleicht auch eine Yogaübung, Meditation oder eine
andere Entspannungstechnik.


ZENSORFREI GRENZEN ÜBERWINDEN

Überschreiten Sie die Grenzen Ihres Körpers und Ichs. Setzen Sie die Regeln der Ratio außer Kraft. Schalten Sie den inneren Zensor aus. Sie brauchen ihn erst später beim Redigieren. Jetzt springen Sie erstmal mitten hinein ins Dickicht Ihrer Story:

»Schreiben ist wie Laufen – je öfter Sie es tun, um so besser werden Sie.«
Nathalie Goldberg


Halten Sie die Schreibhand in Bewegung: Schreiben Sie in einem fort, fangen Sie an und halten Sie nicht an, um eine Zeile noch einmal zu lesen, zwingen Sie Ihre Gedanken nicht unter Ihre Kontrolle, lassen Sie los.

Streichen Sie jetzt noch kein einziges Wort: Sogar dann, wenn Ihre Ratio sagt: »Das wollte ich nicht schreiben, das ist falsch, dumm, kitschig, lächerlich ...« Auch um Rechtschreibung oder Grammatik, Stil- und Genreregeln oder Formatierungen machen Sie sich jetzt noch keinen Kopf. Lassen Sie alles so stehen, lassen Sie den kleinen Lektor in Ihrem Ohr noch ausgeschaltet.

Schreiben Sie ungefiltert: Schreiben Sie allen Quatsch, der Ihnen zu Ihrer Story einfällt, aufs Blatt oder ins Word. Lassen Sie die Regeln der Realität außen vor. Fliegen Sie. Selbst, wenn Sie Mist hinschreiben – na und, dann ist es eben Mist. Auch auf Mist wachsen Blumen und kräht der Hahn.

Weichen Sie dem wunden Punkt nicht aus: Machen Sie da weiter, wo’s wehtut, wo Sie sich plötzlich nackt fühlen, denn da steckt das größte Potenzial Ihrer Geschichte.

Pausieren Sie woanders: Wenn Sie eine Pause brauchen, weil Sie Ihr Geschreibsel nicht mehr sehen können, dann tun Sie etwas ganz anderes, lassen Sie den Text liegen. Lektorieren Sie ihn jetzt noch nicht. Gehen Sie für fünf Minuten in die Kaffeeküche, machen Sie Kniebeugen, tanzen Sie auf dem Balkon, was auch immer Ihnen gerade guttut. Oder setzen Sie sich einfach hin und tun Sie gar nichts, lassen Sie Ihre Gedanken frei fliegen.

(...)

» vorwärts zu TEIL IV


»dieTextorin« | 23. April 2008, 12:04

Kommentare

 

Kommentar schreiben

Name
E-Mail
Ort
Homepage


E-Mail-Adresse zeigen   Erinnern

Auf diesen Beitrag antworten?

Bitte dieses Wort eingeben: