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Texte-/n mit Herzblut V

Aller guten Dinge sind manchmal nicht nur drei, sondern auch mal fünf – hier ist also nun der fünfte und letzte Happen meines Fachbeitrags »Texte-/n mit Herzblut« (einfach hier klicken und lesen) aus dem »Schreibbuch – ein Handbuch für alle, die professionell schreiben«. Wer die bisherigen Häppchen noch nicht probiert hat, kann sich hier Appetit holen. Oder auf der Webseite www.das-schreibbuch.de herumstöbern. Oder gleich das Buch kaufen.


Texte/-n mit Herzblut, TEIL V
von Sarah Ines Struck

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(...)

ZEIT UND RAUM VERGESSEN?

Sie sind mitten im Spiel und haben idealerweise Zeit und Raum vergessen, die Realität ist aufgehoben, nur noch die Realität Ihrer Story zählt. Nein? Immer wieder nervt Ihr innerer Zensor, der kleine Mann oder die Frau im Ohr? Das macht nichts, machen Sie weiter. Schließen Sie die Augen und setzen Sie sich in Ihr eigenes Kino, lassen Sie den Film Ihrer noch bruchstückhaften Story in Ihrer Fantasie laufen. Blättern Sie noch einmal in diesem Text zurück: Haben Sie alles ausprobiert? Es gibt natürlich noch viel mehr Tipps, nicht nur in diesem Buch. Lesen Sie sie. Fragen Sie. Suchen Sie sich heraus, was bei Ihnen funktioniert. Lesen Sie Texte anderer Autoren und finden Sie heraus, wie die es gemacht haben. Beobachten Sie Menschen und Märkte. Erfinden Sie eigene Spiele. Gehen Sie dahin, wo’s wehtut, denn dort wird’s spannend.


DER AUTOR, DER ERSTE LESER

Auch für die Kür gilt natürlich: 80 Prozent ist Transpiration und 20 Prozent Inspiration. »Bitte nicht«, sagen Sie, »endlich bin ich mitten im Flow, mitten in meiner Story – und jetzt kommen Sie schon wieder mit Transpiration ...« Keine Sorge, auch der Part, in dem Sie Ihren Zensor wieder einschalten dürfen, macht nicht nur Arbeit, sondern auch Spaß. Sie dürfen nämlich jetzt nach Herzenslust loben und verreißen. Es ist ja niemand dabei. Und es wird auch niemand davon erfahren, außer Ihnen. Lachen Sie über abstruse Flüchtigkeitsfehler, schiefe Bilder, verunglückte Sätze, unglaubwürdige Szenen, sammeln Sie sie für Ihr Skizzenbuch oder Ihr Archiv der Wortleichen. Denken Sie daran: Sie sind Ihr erster Leser. Sie geben sich selbst Feedback. Und damit Ihre Geschichte den Leser auch einfängt, möchte ich Ihnen noch zwei letzte Tipps ans Herz legen:

»Lange Briefe schreibt man nur, wenn man nicht genug Zeit hat, kurze zu schreiben.«
Blaise Pascal


Jedes Wort zählt: Lassen Sie alles Überflüssige weg. Jedes Wort, jeder Satz, jede Szene ohne eine dramaturgische oder atmosphärische Funktion lenkt von Ihrer Geschichte ab. Mit einem rauchenden Colt muss auch geschossen worden sein, sonst hat er in Ihrer Story nichts verloren. Also fassen Sie sich ein Herz: Auch wenn Ihnen eine völlig funktionslose Stelle ganz besonders am Herzen liegt, streichen Sie sie.

»Schreiben muss man so, dass das Bild körperlich fühlbar wird.«
Maxim Gorki


Nicht sagen, sondern zeigen: Selbst der genialste Erzähler oder Texter neigt gelegentlich dazu, es sich einfach zu machen, indem er oder sie beschreibt, statt zu erzählen. Vielleicht haben Sie schon einmal Sätze wie »Sie war sehr traurig« oder »Produkt XY ist das beste auf dem Markt« gelesen und dabei entweder fürchterlich gegähnt oder skeptisch gegrinst. Als Regieanweisung oder allgemein formuliertes Kommunikationsziel mag solch ein Satz ja vielleicht taugen, aber das Herz Ihres Lesers werden Sie damit kaum erreichen. Statt Behauptungen aufzustellen, sollten Sie Mark Twains Rat beherzigen: »Don’t just say the old lady screamed; bring her on and let her scream.« Hauen Sie Ihrem Leser keine nichtssagenden Attribute oder Begriffe, geschweige denn Superlative um die Ohren. Umschreiben Sie das, was Sie sagen wollen, zeigen Sie es! Finden Sie Bilder. Sie möchten doch, dass im Kopf Ihrer Leser ein Film läuft. Zeigen Sie Ihre Protagonistin beim Traurigsein, wenn sie sich – ein einfaches Beispiel – allein an einer Bar betrinkt, während vom Nebentisch Gelächter herüberweht. Oder, wenn Sie einen Werbetext am Wickel haben, zeigen Sie Ihrer Zielgruppe, warum Produkt XY gut ist: Was kann es, wer hat es erfunden, benutzt es und warum und – vor allem – was ist daran besonders? Menschen interessieren sich für Menschen und wie sie leben. Abstrakte Ideen wirken immer erst, wenn sie mit Leben gefüllt werden. Wenn Sie das schaffen, dann ist der Leser Wachs in Ihren Händen.

»Der Mensch ist ja nicht der, der er ist, sondern der, der er sein will. Wer ihn an seinen Wünschen packt, hat ihn.« Martin Walser


ZUM WEITERLESEN/LITERATUR

Csikszentmihalyi, Mihaly: Flow, das Geheimnis des Glücks. Klett-Cotta.
Bayerl, Claudia: 30 Minuten für Kreativitätstechniken. Gabal Verlag.
Frenzel, Karolina: Storytelling, das Praxisbuch. Hanser Wirtschaft.
Highsmith, Patricia: Suspense. Diogenes.
Goldberg, Nathalie: Schreiben in Cafés. Autorenhaus Verlag.
Rico, Gabriele L.: Garantiert schreiben lernen. Rowohlt.
Tieger, Gerhild: Lass laufen. Autorenhaus Verlag.
Tobias, Ronald B.: 20 Masterplots. Zweitausendeins.
Textor, A. M.: Sag es treffender. Rowohlt.


ZUM WEITERLESEN/INTERNET

Texter-Portal: www.vorsicht-starke-worte.de
Slogan-Datenbank: www.slogans.de
Wissensportal für Autoren: www.autorenforum.de
Fachbücher für Buchautoren aller Genres: www.autorenhaus-verlag.de
Portal zum Thema Glücksforschung: www.gluecksarchiv.de
Weblog zum Thema Storytelling: www.themenblog.de/storytelling


»dieTextorin« | 20. Juni 2008, 13:06

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